Am Laufmeter Mode-Salon in Bern machte das Nähwerk IDM erlebbar, wie aus kreativen Ideen und handwerklichem Können individuelle Kleidungsstücke entstehen. Die präsentierte Hochzeitskollektion verband digitale Produktentwicklung, Masskonfektion und nachhaltige Mode auf eindrückliche Weise. Auch die Lernenden gewährten dem Publikum Einblicke in ihr Können.
Am 18. und 19. April 2026 fand im Casino Bern der Laufmeter Mode-Salon statt. Die Veranstaltung versteht sich als Plattform für nachhaltige Schweizer Mode und setzt unter dem Motto «Slow Fashion ist die Gegenbewegung zu Fast Fashion» ein Zeichen für bewussten Konsum und hochwertige Produktion.
Das Nähwerk IDM war als Aussteller vor Ort vertreten und präsentierte verschiedene Facetten seiner Arbeit. Die Teilnahme knüpfte an eine bestehende Verbindung zwischen dem Nähwerk IDM und Laufmeter an: Mehrere der am Event vertretenen Modelabels zählen zu den Kundinnen und Kunden des Nähwerks. Für sie entstehen im Auftrag hochwertige Kleidungsstücke – von der Prototypenentwicklung bis zur Serienproduktion. Damit treffen am Laufmeter Mode-Salon Labels, Designerinnen und Designer sowie Produktionspartner aufeinander, die entlang derselben Wertschöpfungskette tätig sind.
Eleganz auf dem roten Teppich: das Nähwerk IDM präsentiert ihre Brautmode am Mode-Salon Laufmeter in Bern.
Foto © Michèle Büschi (auch Fotos im obenstehenden Slider und Header-Bild)
Der von Stéphanie Lafargue gestaltete Stand am Laufmeter 2026
Foto © Andrea Gerber
Im Mittelpunkt des Standauftritts stand eine im Bereich Masskonfektion entwickelte modulare Hochzeitskollektion. Das Mix-&-Match-Konzept ermöglicht individuelle Kombinationen von Oberteilen, Röcken und Hosen bietet damit vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Gezeigt wurden ausgewählte Modelle sowie eine Videodokumentation, die den digitalen Entwicklungsprozess der Kollektion nachvollziehbar machte.
Die beiden Lernenden Jutta Rothenbühler und Matilda Losinger bei der Herstellung der Stoffblumen vor Ort
Foto © Luis Gautschi
Auch die Lernenden waren aktiv am Messegeschehen beteiligt. Mit vor Ort eingerichteten Maschinen fertigten sie kleine Give-aways in Blumenform an und gaben den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in die praktische Arbeit des Bekleidungshandwerks.
Impressionen der Modenschau
Foto © Luis Gautschi, Laufmeter (auch Fotos im obenstehenden Slider)
Einen Höhepunkt des Auftritts bildete die Modenschau des Laufmeter Mode-Salons. Das Nähwerk IDM präsentierte dabei fünf Outfits aus der Brautkollektion. Die von fünf Models getragenen Looks bildeten den Abschluss der Show und zeigten die Verbindung von digitaler Entwicklung, handwerklicher Fertigung und individueller Masskonfektion.
Laufmeter setzt sich für nachhaltige Schweizer Mode und bewussten Konsum ein. Die Initiative macht Slow Fashion erlebbar, indem sie regionale Labels sichtbar macht und transparent über Herkunft, Gestaltung und Produktion von Kleidung informiert. Herzstück sind die jährlich stattfindenden Modeschauen und Mode-Salons, an denen Schweizer Designerinnen und Designer ihre Kollektionen persönlich präsentieren. Die gezeigten Kleidungsstücke können vor Ort anprobiert und gekauft werden.
Die Videodokumentation von Simone Lüdi zeigt die digitale Produktentwicklung der Brautkollektion in 2D und 3D.
Foto © Stéphanie Lafargue
Digitale Mode: Mit Prototyping werden Entwürfe bereits vor dem Nähprozess realitätsnah sichtbar.
Simone Lüdi, Nähwerk IDM
Der Bereich «Mass» unter der Leitung von Heidi Fries und Nicole Verbeek entwickelte die Modelle, erarbeitete die Schnitte und fertigte die Hochzeitskollektion an. Dabei entstand die Idee, die Kollektion zusätzlich digital umzusetzen und neue Möglichkeiten des Prototypings zu erproben.
Die Lernenden übernahmen anschliessend die digitale Aufbereitung. Sie digitalisierten die Papierschnitte, nähten die einzelnen Kleidungsstücke in CLO 3D virtuell zusammen und hinterlegten die digital aufbereiteten Stoffe im System. Dadurch entstand Schritt für Schritt eine digitale Version der Kollektion.
Besonders spannend ist die Möglichkeit, eine sogenannte modulare Bibliothek aufzubauen. Darin werden einzelne Elemente wie Röcke, Kleider, Hosen, Oberteile oder Schleier gespeichert und können beliebig zu neuen Looks kombiniert werden. Die Aufbereitung dieser Bibliothek sowie die abschliessenden Simulationen wurden von der Lehrperson Simone Lüdi umgesetzt.
Perspektivisch eröffnet dies neue Möglichkeiten in der Kundenberatung. Künftig könnten Brautpaare ihren Hochzeitslook gemeinsam digital zusammenstellen und verschiedene Varianten direkt am Bildschirm ausprobieren. Langfristig sollen zudem Avatare auf die individuellen Masse der Kundinnen angepasst werden können, um Passform und Wirkung der Modelle noch realistischer darzustellen.
Bevor das System im Beratungsgespräch eingesetzt werden kann, sind weitere Schulungen und die digitale Erfassung der Kollektion in allen Grössen erforderlich. Das Projekt zeigt jedoch bereits heute eindrücklich, wie traditionelle Handwerkskunst und digitale Technologien sinnvoll miteinander verbunden werden können.
Screenshot aus dem Programm «CLO 3D»
Simone Lüdi, Nähwerk IDM
Mit der Software «CLO 3D» lassen sich Kleidungsstücke digital entwickeln, zusammensetzen und realitätsnah visualisieren. Das Programm wird in der Modebranche und in der Gaming-Industrie eingesetzt. Es ermöglicht die Erstellung von 3D-Modellen, fotorealistischen Darstellungen sowie Animationen von Kleidungsstücken.
An der Schnittstelle von Handwerk, Kreativität und Wirtschaftlichkeit
Das Nähwerk IDM bildet seit über 30 Jahren Bekleidungsgestalter/-innen EFZ und seit 2017 Bekleidungsnäher/-innen EBA aus. Praxisnahe Ausbildung, reale Kundenaufträge und ein Team von 15 Ausbildnerinnen mit internationaler Berufserfahrung schaffen optimale Voraussetzungen für den Einstieg in die Textilbranche.
((Bitte an teil.ch: animiertes GIF T-Shirt IDM sollte dargestellt werden können // ohne Bildlegende.))
Simone Lüdi, Nähwerk IDM
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