Zwischen Technik und neuen Möglichkeiten setzt er auf Spontaneität, Humor und die Bereitschaft, Dinge unkompliziert auszuprobieren.
Fabian Schmid
Bildungsweg: Multimediaelektroniker EFZ, Arbeit als Systemtechniker, BM 2 Teilzeit am BBZ IDM (Abschluss im Sommer 2026), Studium «Information & Cyber-Security» an der Hochschule Luzern (Start im September 2026)
Alter: 25 Jahre
Lieblings-App: Spotify
Erzähl mal: Wer bist du?
Ich bin jemand, der aus allem das Beste machen will und versucht, in jede Situation – egal wie unpassend – ein bisschen Humor zu bringen. Grundsätzlich komme ich mit fast allen Menschen gut aus, auch wenn unsere Ansichten unterschiedlich sind.
Was ist typisch für dich – laut deinen Kolleginnen und Kollegen?
Wie verbringst du deine Freizeit am liebsten?
Ich fotografiere gerne, gehe bouldern und besuche Konzerte oder Festivals.
Wie verlief dein beruflicher Weg – und wie kam es zu deinem Interesse an «Information & Cyber Security»?
2017 habe ich meine Ausbildung zum Multimediaelektroniker begonnen, die vier Jahre dauerte. Danach habe ich noch ein Jahr als Servicetechniker im gleichen Betrieb gearbeitet, bevor ich ins Militär ging. Da ich danach keine feste Anstellung mehr hatte und nicht genau wusste, wohin es gehen sollte, habe ich mich für die Offizierslaufbahn entschieden und eineinhalb Jahre Militär am Stück absolviert.
Als diese Zeit vorbei war, war ich ehrlich gesagt immer noch unschlüssig. Deshalb habe ich mich bei einem Temporärbüro gemeldet und begann, als Elektriker zu arbeiten. Relativ schnell wurde mir klar, dass ich das nicht bis zur Pension machen möchte. Noch am selben Abend habe ich mich für die BM-Aufnahmeprüfung angemeldet. Heute, gut zwei Jahre später, habe ich die BM abgeschlossen. Parallel dazu arbeite ich wieder festangestellt als Systemtechniker im Bereich Sicherheitselektronik.
Durch diese Tätigkeit im Sicherheitsbereich ist auch mein Interesse an Cybersicherheit stark gewachsen – auch wenn mich das Thema grundsätzlich schon vorher interessiert hat.
«Mein liebstes englisches Wort ist discombobulated – es bedeutet so viel wie verwirrt oder desorientiert.»
Warum hast du dich für die BM 2 im Teilzeitmodell am BBZ IDM entschieden?
Die Entscheidung für die BM2 war eher spontan. Ich bin völlig unvorbereitet an die Aufnahmeprüfung gegangen, ohne grosse Erwartungen. Hätte ich sie nicht bestanden, hätte ich den Vorkurs gemacht – das hat sich dann erübrigt.
Für das Teilzeitmodell habe ich mich entschieden, damit ich nebenbei arbeiten und vor allem meine Wohnung finanzieren kann.
Was hat dir an deinem Schulalltag besonders gefallen?
Ich durfte diese Zeit mit einer lustigen, sehr speziellen und fast schon familiären Klasse verbringen. Auch unsere Lehrpersonen wurden irgendwie Teil dieser «Familie». Wenn mich der Unterrichtsstoff mal weniger motiviert hat, dann zumindest die Menschen.
Welche Aufgaben oder Erfahrungen haben dir besonders zugesagt?
Mir hat es gefallen, ausserhalb meiner Komfortzone zu arbeiten und mich mit Themen auseinanderzusetzen, die mich zunächst wenig oder gar nicht interessiert haben.
Was war für dich besonders herausfordernd?
Teilweise war die ganze Schulzeit eine Herausforderung, weil ich oft nicht zufrieden mit meiner eigenen Leistung bin. Ich habe es mir damit selbst manchmal schwer gemacht. Rückblickend kann ich aber sagen, dass meine Leistungen durchaus ausreichend waren.
Worauf bist du besonders stolz?
Besonders stolz bin ich auf unsere IDPA. Zusammen mit Pascal und Julian habe ich einen Dokumentarfilm über Rennsport in der Schweiz umgesetzt. Wir hatten zu Beginn die Idee eines zehnminütigen Kurzfilms – am Ende wurde daraus ein knapp 30-minütiger Film in SRF-DOK-Länge. Wir haben Interviews mit zwei Schweizer Motorradrennfahrern und einem Journalisten aus Deutschland geführt. Auf das Resultat und die Zusammenarbeit sind wir alle sehr stolz.
Wie hast du die Projektwoche auf Gran Canaria erlebt?
Die Woche war gran-dios. Wir haben viel erlebt, neue Leute kennengelernt und insgesamt eine grossartige Zeit gehabt. Es war speziell, mit so vielen Leuten unterwegs zu sein, die man vorher nicht kannte. Auch der Austausch mit den Kanaren war spannend – vor allem wegen der Sprachbarriere.
Wer oder was hat dich während der Ausbildung besonders geprägt?
Für mich waren alle Lehrpersonen auf ihre Weise prägend. Unsere Klasse war klein, aber sehr vielfältig, und die Lehrpersonen haben sich gut auf unsere Eigenheiten eingelassen und wurden Teil unseres «Systems».
Was macht für dich eine gute Begleitung in der Ausbildung aus?
Dass grundsätzlich alle gefördert werden, aber gezielt auf jene geschaut wird, die in bestimmten Bereichen Mühe haben – auch wenn das bedeutet, andere etwas weniger zu priorisieren.
Wo siehst du Verbesserungspotenzial an der Schule?
Die IDM ist für mich eine gute Schule. Verbesserungspotenzial gibt es überall – aber vieles ist auch Geschmackssache. Was für die einen ein Kritikpunkt ist, ist für andere ein Vorteil.
«Ich werde sie vermissen – wir haben viel gelacht.»
Salome in den Räumlichkeiten des Standortes Mönchstrasse in Thun.
Fotos © KOM BBZ IDM
Warum hast du dich für den bilingualen Unterricht entschieden?
Ich hatte schon vorher ein gutes Niveau in Englisch. Als ich gefragt wurde, ob ich die BM in einer BILI-Klasse machen möchte, fand ich die Idee spannend.
Was hat dich mehr gereizt – die Sprache oder die Herausforderung?
Die zusätzliche Herausforderung – und die Aussicht, die Sprache im Alltag öfter zu nutzen.
Wie hast du den bilingualen Unterricht erlebt?
Am Anfang hatte ich Respekt, aber mir wurde schnell klar, dass es nicht darum geht, perfekt Englisch zu können. Vielmehr lernt man die Sprache im Gebrauch, oft ohne es bewusst zu merken. Eine Herausforderung sind Fachbegriffe, zum Beispiel in Physik oder Chemie.
Wie unterscheidet sich der BILI-Unterricht vom regulären Unterricht?
Eigentlich kaum – ausser, dass Englisch gesprochen wird und Materialien sowie Prüfungen teilweise auf Englisch sind. Wenn nötig, kann man aber immer auf deutsche Unterlagen zurückgreifen.
Wie war die Dynamik in deiner Klasse?
Bei uns hatten alle ein recht hohes Englischniveau, was in technischen Berufen nicht ungewöhnlich ist. Deshalb haben alle mit ähnlichem Selbstvertrauen gesprochen.
Wem würdest du den bilingualen Unterricht empfehlen?
Eigentlich allen – auch denen, die sich unsicher fühlen. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern die Sprache anzuwenden. Man wird automatisch besser, egal auf welchem Niveau man startet.
«Im Bili geht es nicht darum, perfekt Englisch zu können – man lernt es einfach, indem man es braucht.»
Was fällt dir heute leichter als am Anfang?
Ich habe mich allgemein verbessert, auch weil die BM viel Allgemeinwissen vermittelt. Vorher konnte ich kaum lernen, weil mir die Techniken fehlten. Während der BM war ich gezwungen, eigene Methoden zu entwickeln – das hat viel verändert.
Was motiviert dich, wenn es schwierig wird?
Ich fokussiere mich auf kurzfristige Ziele und erinnere mich daran, dass ich das für mich selbst mache. Energie geben mir Familie, Freunde, Aktivitäten, die mir Spass machen – oder auch einfach Musik.
Wie geht es für dich weiter?
Ich habe gemerkt, dass es für mich wenig Sinn macht, mein Leben langfristig durchzuplanen. Wichtige Entscheidungen treffe ich lieber dann, wenn sie anstehen. Viele meiner bisherigen Entscheidungen waren eher spontan – und oft erfolgreicher als solche, die ich lange geplant habe.
Was wünschst du dir für die Zukunft?
Mir ist wichtig, ein Leben zu führen, das mir Spass macht und in dem ich mich wohlfühle. Vor allem möchte ich keine Eintönigkeit – und bisher ist mir das ganz gut gelungen.
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Das Interview wurde im Juni 2026 geführt.
«Viele meiner Entscheidungen entstehen im Moment – und funktionieren oft besser als durchgeplante.»
What does «Bili» mean?
Bili verbindet Fachunterricht und Sprachkompetenz. Ausgewählte Fächer werden bilingual unterrichtet und stärken den sicheren Umgang mit Englisch im fachlichen Kontext – ein Plus für Studium, Beruf und eine international geprägte Arbeitswelt.
Die Berufsmaturität (BM) vermittelt begabten Lernenden und Berufsleuten eine erweiterte Allgemeinbildung und bereitet sie auf das Studium an einer Fachhochschule FH oder an einer anderen weiterführenden Bildungsinstitution vor.
Salome an der Berufsmaturitätsfeier.
Foto Berufsmaturitätsfeier © Felix Gerber
«Der Abschluss war emotional, berührend, wehmütig und geprägt von einer grossen Dankbarkeit über das Vergangene», verriet Salome Anfang Juli anlässlich der Berufsmaturitätsfeier.