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Kultur trifft Bildung: Im Herbst 2025 wurde die Aula des IDM zur Bühne für das Theater am Tatort. Die Zusammenarbeit ermöglichte nicht nur öffentliche Aufführungen von «Marie Curie – Pionierin, Nobelpreisträgerin, Fremde.», sondern brachte auch rund 1000 Lernenden das Theatererlebnis direkt an ihre Schule. So entstand eine Partnerschaft, die Kultur, Bildung und Begegnung auf besondere Weise miteinander verband.

Plakat-Sujet für die Aufführungen

Plakat-Sujet für die Aufführungen

© Theater am Tatort

Theater am Tatort Marie Curie am BBZ IDM
Theater am Tatort Marie Curie am BBZ IDM (Bild-Auflösung?
Theater am Tatort Marie Curie am BBZ IDM (Bild-Auflösung?
Theater am Tatort Marie Curie am BBZ IDM (Bild-Auflösung?
Theater am Tatort Marie Curie am BBZ IDM (Bild-Auflösung?

Das Projekt «Marie Curie»

Text: Aliena Schweizer, Marketing und Kommunikation Theater am Tatort

Mit der Produktion «Marie Curie – Pionierin, Nobelpreisträgerin, Fremde.» förderte das Theater am Tatort die Auseinandersetzung mit bedeutenden historischen Persönlichkeiten und deren Relevanz für unsere heutige Gesellschaft. Im Zentrum stand nicht nur das wissenschaftliche Vermächtnis von Marie Curie, sondern auch der Mensch hinter den Errungenschaften: ihre Persönlichkeit, ihre Beziehungen, ihre Werte und ihr unermüdlicher Einsatz für das, was ihr wichtig war.

Das biografische Schauspiel beleuchtete das Leben einer Frau, die in einer von Männern dominierten Welt Herausragendes leistete und in Wissenschaft wie auch Gleichstellung wichtige Massstäbe setzte. Marie Curie war in vielem die Erste und ebnete mit ihrem Mut und ihrer Beharrlichkeit den Weg für nachfolgende Generationen. Ihre Errungenschaften prägen unseren Alltag bis heute.

Marie Curie (Website Theater am Tatort)

Theaterimpression aus «Marie Curie – Pionierin, Nobelpreisträgerin, Fremde.»

Theaterimpression aus «Marie Curie – Pionierin, Nobelpreisträgerin, Fremde.»

Foto © Markus Grunder (auch Fotos im obenstehenden Slider)

Gerade vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen, in denen Demokratie und Frauenrechte weltweit unter Druck geraten, leistete das Projekt einen Beitrag zur kulturellen und gesellschaftlichen Bildung. Es machte weibliche Vorbilder sichtbar, förderte den Dialog über Gleichstellung und regte zur Reflexion über historische Errungenschaften und deren Bedeutung für die Gegenwart an.

Foto © Markus Grunder

Mit der Wahl dieses Themas unterstützte das Theater am Tatort zudem zeitgenössisches Theater mit Tiefgang: ein modernes, eigens geschriebenes Stück, das Geschichte lebendig erzählte und den Anspruch des Vereins unterstrich, relevante Inhalte künstlerisch anspruchsvoll und publikumsnah zu vermitteln.

Mehr Bilder? Zur Fotogalerie (Website Theater am Tatort)

Gedanken des Autors Ueli Bichsel

Wie fasst man ein interessantes, facettenreiches, 66-jähriges Leben einer der berühmtesten Frauen unserer Zeit in ein Theaterstück und bringt es, gerafft auf zwei Stunden Dauer, auf die Bühne? Anfänglich schien mir dies eine kaum lösbare Herkulesaufgabe. Insbesondere, als ich die spannende und sehr lesenswerte Biographie «Madame Curie», verfasst von ihrer Tochter Eve Curie, gelesen hatte. Marie Curies Leben war gespickt von interessanten Facts, Begegnungen, Freuden, Leiden, Errungenschaften, Erfolgen, Rückschlägen, Triumphen, Krankheiten, Liebe, Zuneigung, Trauer und Tod, die alle dem Autoren Stoff für stundenlanges Theater geliefert hätten. Unmöglich, das einem heutigen Publikum zuzumuten. Dieses Theaterstück sollte ja schliesslich keine Wagneroper werden.

Also galt für diese Arbeit der Slogan einer bekannten Automarke: «Reduce to the max!». Theater soll uns mitnehmen auf eine Reise, soll uns mitleben, mitdenken, mitfreuen, mitfiebern, ja, mitleiden lassen. Eine Aufzählung von Ehrentiteln, wissenschaftlichen Preisen und Auszeichnungen, von physikalischen und chemischen Formeln und deren Herkunft, deren Auswirkungen, Schäden und Wunder-Wirkungen ist, wenn man Marie Curie gerecht werden will, unabdinglich, aber es ist halt kein Theaterstoff.

Darum steht in meinem Stück der Mensch, die Frau Marie Curie, im Zentrum. Darum berichtet sie prominent aus ihrem Leben. Darum kommen ihre Gefühle, ihre Befindlichkeiten, ihre Freuden und Leiden in kurzweiligen Szenen auf die Bühne. Eine Bühne, so schlicht wie ihr Leben, eine Bühne so karg und bescheiden wie ihr Dasein als Studentin in Paris. Aber so reich an Emotionen, an persönlichen Geschichten und Erlebnissen, dass wir aus der Theateraufführung gehen und wissen, wer diese bewundernswerte Madame Marie Curie war.

Theater am Tatort Marie Curie am BBZ IDM
Theater am Tatort Marie Curie am BBZ IDM
Theater am Tatort Marie Curie am BBZ IDM
Theater am Tatort Marie Curie am BBZ IDM

Tatort BBZ IDM in Thun

Passend zum Credo des Theater am Tatort wollten wir auch für «Marie Curie» einen passenden Aufführungsort finden. Natürlich konnten wir nicht direkt an der Sorbonne spielen. In unserem Einzugsgebiet (Thun und Umgebung) kommt die grosse, schön abgestufte Aula des BBZ IDM Thun einem Auditorium an der Sorbonne am nächsten. So entstand die Idee für eine Zusammenarbeit. Zum Glück konnte das Projektteam von «Marie Curie» das BBZ IDM für seine Idee gewinnen und genoss im Herbst 2025 Gastrecht an der Schule.

Teil der Vereinbarung war, dass das Theater am Tatort sechs Schülervorstellungen von «Marie Curie – Pionierin, Nobelpreisträgerin, Fremde.» für die Lernenden des BBZ IDM Schule anbietet, damit alle Lernenden Zugang zu diesem besonderen Stück erhalten. 

Aus Gastrecht wurde eine richtiggehende enge Zusammenarbeit. Das Theater am Tatort hat diese sehr genossen und geschätzt. Für einige Wochen wurde das BBZ IDM für das Theater-Ensemble zu einem zweiten Zuhause. Es entstanden dadurch auch immer wieder schöne Begegnungen zwischen Lernenden und Theater-Engagierten. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten, die der Verein noch lange in guter Erinnerung behalten wird.

Spielort (Website Theater am Tatort)

Mit der Aula des Berufsbildungszentrums IDM in Thun fand das Theater am Tatort für «Marie Curie» einen passenden Aufführungsort.

Mit der Aula des Berufsbildungszentrums IDM in Thun fand das Theater am Tatort für «Marie Curie» einen passenden Aufführungsort.

Foto © Sina von Allmen (auch Fotos im obenstehenden Slider und Bild im Header)

Der Verein «Theater am Tatort» und seine Vision

Der Verein «Theater am Tatort» steht für qualitativ hochstehendes Theaterspiel an ungewohnten und spektakulären Spielstätten. Ziel des Vereins ist es, Theater aus dem klassischen Bühnenraum herauszulösen und für jedes Stück eine passende Spielstätte zu finden. Oft handelt es sich dabei um Uraufführungen, die eigens für das «Theater am Tatort» geschrieben werden.

Seit seiner Gründung im Jahr 2010 hat der Verein neun eigenständige Produktionen realisiert. Getragen wird das «Theater am Tatort» von einem kleinen, engagierten Kernteam, das zugleich Vorstand, Kreativcrew und Projektleitung bildet. Für jede Produktion werden die besten Laienschauspielerinnen und -schauspieler der Region gewonnen, wodurch immer wieder neue Ensembles in wechselnder Zusammensetzung entstehen.

Die besondere Verbindung von Ort, Text und Ensemble, kombiniert mit hoher künstlerischer Qualität und Professionalität, prägt die Vision des Vereins und macht jede Produktion zu einem einzigartigen Erlebnis für das Publikum.

Website Theater am Tatort

Foto © Markus Grunder

«Ein herzliches Dankeschön an die Theatergruppe für ihren zusätzlichen Effort, den sie für unsere Lernenden geleistet hat.»

Das BBZ IDM dankt dem gesamten Team «Theater am Tatort».